Schulzentrum Erlen, Emmenbrück LU

1992 Projekt und Realisierung

 

Das Schulhausareal liegt innerhalb der Gemeinde Emmen in einem Aussenquartier, welches sich während der letzten vier Jahrzehnte vom Landwirtschaftsgebiet zu einer intensiv genutzten Wohnzone mit vorwiegend in Streubauweise erstellten Ein- und Mehrfamilienhäusern entwickelt hat. In dieser wenig strukturierten Ansammlung von Wohnhäusern fehlen eigentliche Zentren, wie man sie in einer langsam gewachsenen Dorfstruktur vorfindet; die neue Primar- und Oberstufenschulanlage ‚Erlen‘ sollte deshalb zusätzlich zu ihren schulinternen Funktionen auch Zentrumsaufgaben für die umliegenden Wohnquartiere übernehmen.

Als Antwort auf diese unterschiedlichen Anforderungen wurden die Räume auf vier sternförmig zueinander stehende Baukörper verteilt, welche sich sowohl typologisch als auch volumetrisch gemäss ihrer Funktion voneinander unterscheiden; von diesen vier ursprünglich geplanten Baukörpern wurden bisher drei realisiert. In ihrer Mitte spielen die Gebäude einen grosszügigen quadratischen Platz frei, welcher zugleich Erschliessungs- und Pausenraum sowie Symbol für den Zentrumscharakter der Schulanlage ist.

Jeder Trakt der Anlage hat eine eigene, seiner Funktion entsprechende Typologie: Im Norden liegt der Turnhallentrakt, welcher als Hallenbau mit erhöhtem Kopfteil ausgebildet ist; gegen Osten wird die Anlage vom Klassentrakt begrenzt, in welchem sich – zweiseitig orientiert – alle Schulzimmer befinden; im Süden schliesslich befindet sich der Spezialtrakt, welcher im Innenraum als Zentralbau ausgebildet ist; mit einer Arkade, welche über den durch die Anlage führenden Panoramaweg greift, betont er seine Sonderstellung als öffentlichster Bau der Anlage. Ein separater Primarschultrakt ist als Abschluss der Anlage gegen Westen geplant.

Die zwischen die einzelnen Trakten gelegten Aussenräume erhalten ebenfalls ihre eigene Funktion und Identität. Sowohl die einzelnen Gebäude als auch alle dazwischen gelegenen Aussenräume werden vom zentralen Platz aus erschlossen, welcher damit das eigentliche Herz der Anlage bildet.

Die jedem Gebäudekörper innewohnende Struktur manifestiert sich gegen aussen in unterschiedlichen Fassadenöffnungen – zusammengehalten wird die Anlage dagegen über deren Materialisierung und Farbgebung: mit dem warmen Rot der Gebäude, welches mit den dazwischen eingebetteten Grünräumen kontrastiert, soll die Eigenständigkeit der Anlage innerhalb der umliegenden, vorwiegend in beige und weiss gehaltenen Wohnhäuser hervorgehoben werden.






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